Südstadion Gelsenkirchen: Eine Perle im Herzen des Fußballs

Der Fußball in der heutigen Zeit wird immer schnelllebiger, immer größer und moderner. Mit Ihm mutieren auch die Sportplätze und Stadien zu großen, grauen Multifunktionsarenen aus tausenden Tonnen von Stahl und Graubeton. Das Image: makellos, stilvoll, mit außergewöhnlicher Architektur. Doch auch abseits dieser makellosen Scheinwelt, teilweise in den Tiefen des Amateurfußballs versunken, stehen bis heute die einst großen Stadien, welche dem modernen Zeitgeist nicht gefolgt sind. Wir stehen an einem frühen Samstagabend vor den Toren des Südstadions in Gelsenkirchen. Das weite Rund, 1967 eingeweiht, bot in Regionalligazeiten der SG Eintracht Gelsenkirchen bis zu 21.000 Zuschauern platz. Gegen Mannschaften wie Rot-Weiss Essen, dem Wuppertaler SV oder dem VfL Bochum zogen bis zu 15.000 Fussballbegeisterte in die Stehränge mit Ihren blauen Wellenbrechern. Zu dieser Zeit war der einzige Luxus die überdachten Sitzplätze der großen Haupttribüne an der Seitenlinie. Diese Zeit gehört seit Jahrzehnten der Vergangenheit an, die Stehstufen werden von Jahr zu Jahr mehr von der Natur zurückerobert, die Bänke der Haupttribüne sind zum Teil verfallen, das Holz vermodert. Die Stadt Gelsenkirchen sieht nicht die Notwendigkeit, bei knappen Kassen viel Geld für eine Sanierung dieser Anlage zur Verfügung zu stellen. Das scheint im ersten Moment traurig, doch in dem Moment des Betretens des weiten Rundes, kann man den Klang und die Kulisse längst vergessener Fussballschlachten spüren. In diesem Zustand wird die Magie dieser einst großen Traditionsstätten nie vergehen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    BVB-Fan (Sonntag, 12 Mai 2019 22:40)

    auch dieser Artikel ist wieder sehr lesenswert und erinnert an fast vergessene (Fußball-) Zeiten.